Hille-und-Muller-Landschaftsarchitekten

Hille und Müller Landschaftsarchitekten gestalten einen Hochwasserschutz der besonderen Art

 

Das südlich von Hamburg an der Elbe gelegene Bullenhausen hat einen verbesserten Hochwasserschutz erhalten.

Ein Teil davon verläuft innerorts in der Anwohnerstraße Südstrand. Die Planung hatte deshalb zum Ziel, den technisch erforderlichen Hochwasserschutz so in die Ortslage und in die Straße Südstrand zu integrieren, dass seine Bedeutung als technisches Bauwerk erkennbar ist, gestalterisch aber als zugehöriger Teil der Straße akzeptiert werden kann.

Die Gestaltung der Straßenoberfläche, die Natursteinverkleidung und die Beleuchtung der Hochwasserschutzwand sowie das Grünkonzept sind als Ganzes zu sehen.

 

Landschaftsarchitektur mit zeitlosen Formen und Materialien

Durch die Auswahl zeitloser Formen und Materialien durch die Landschaftsarchitekten wird eine Wirkung verhindert, die das Straßenbild heute modern und später 'in die Jahre gekommen' erscheinen lässt. Zu einer ruhigen und harmonischen Gestaltung trägt auch die Begrenzung der Material- und Farbenvielfalt bei. Borde, Gossen, Randstreifen und Nebenflächen werden in Anlehnung an die Verkleidung der Hochwasserschutzwand aus beigem bis gelblichem Granit hergestellt, wobei Borde und Gossen auf Beton gesetzt werden. Die Oberflächen der Fahrbahnen erhalten nach den Vorstellungen des Büros Hille und Müller einen hell eingestreuten Asphaltbelag mit hellen Zuschlagstoffen, wodurch sie an Wege in wassergebundener Decke erinnern. Vorteil von Asphalt sind Langlebigkeit und insbesondere Lärmschutz aufgrund der ebenen Fahrbahnoberfläche.

Die Funktion des Hochwasserschutzes übernimmt eine wasserdichte Stahlbetonwand über einer Spundwand. Die Stahlbetonwand wird durch vorgemauerte Granitplatten und angedeutete Pfeiler als Längsgliederung sowie durch deutlich hervorgehobene Pfeiler zur Betonung der Mauerköpfe im Bereich der Deichscharte gestaltet. Unterschiedliche Steinformate und Schichtstärken heben den Natursteincharakter der Verkleidung hervor.

Treppe und Deckwerke des Deichüberweges am westlichen Ende der Hochwasserschutzwand haben die Landschaftsarchitekten aus Granitstufen und –pflaster geplant, das heißt aus dem gleichen Material, das auch für die Wandverkleidung und die Straßengestaltung verwendet wird.

 

Lichtplanung gehört zur Landschaftsarchitektur

Für die Straßenbeleuchtung haben die Landschaftsarchitekten Hille und Müller ein spezielles Beleuchtungskonzept mit Wandanbauleuchten und Leuchtbändern in den Mauerpfeilern entwickelt. Die Wandanbauleuchten strahlen die Wandflächen von oben nach unten an und werfen das Licht auch über die gesamte Straßenbreite. Die rundum Licht abstrahlenden Leuchtbänder in den Pfeilerköpfen des relativ schmalen Deichscharts erhöhen die Aufmerksamkeit der Autofahrer beim Durchfahren und signalisieren auch gestalterisch eine besondere Situation.

 

Landschaftsarchitektur und Pflanzen

Die Randstreifen im Wendehammer und entlang der Hochwasserschutzwand sind mit Stauden, Gräsern und Rosen als Bodendecker bepflanzt, was die gestalterische Qualität des Bauwerkes betont und die Bedeutung als Hochwasserschutz in den Hintergrund treten lässt.

In der Bauminsel im Wendehammer haben die Landschaftsarchitekten eine rotblühende Kastanie als Solitärbaum platziert.

Die gesamte Planung wurde vom Büro Hille und Müller in mehreren Sitzungen mit der Gemeinde Seevetal, in Anwohnerversammlungen, mit dem Harburger Deichverband als Auftraggeber und dem NLWKN Lüneburg als Fachbehörde immer wieder abgestimmt sowie den Wünschen und Erfordernissen angepasst.

Hochwasserschutzwand in Bullenhausen

  • Hochwasserschutzwand innerhalb des Ortes

  • Zeitloses Material aus hellem Granit

  • Beleuchtungskonzept mit Wandanbauleuchten und Leuchtbändern

  • Planungsfläche: 3.500 m²

  • Länge der Hochwasserschutzwand: 250 m

  • Herstellungssumme: 1.000.000 €

  • Ausführungszeitraum: 2011-2014

  • Auftraggeber: Harburger Deichverband

    vertreten durch

    NLWKN Betriebsstelle Lüneburg

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