Gartenpflegerische Sanierung - Bürgerpark Braunschweig als historisches Zeugnis der Landschaftsarchitektur

 

Die Stadt Braunschweig beabsichtigt eine gartendenkmalpflegerische Sanierung des Bürgerparks in Braunschweig, der als kulturhistorisches Zeugnis des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts gilt. Einzelne Teile des Bürgerparks weisen zum heutigen Zeitpunkt eine starke Überformung auf, die u. a. auf die Vegetationsentwicklung und das Zuwachsen von Sichtachsen und Blickbeziehungen, die Vernachlässigung wichtiger architektonisch gestalteter Plätze, Alleen und Gehölzränder, aber auch auf die Unkenntnis der ursprünglichen Gestaltungsabsichten bei der Durchführung von Sanierungsarbeiten im Wege- und Gehölzbestand zurückzuführen ist.

Um eine Grundlage für alle künftigen Maßnahmen zur Erhaltung und Rekonstruktion der Parkanlage zu schaffen, wurde das Büro Hille und Müller Landschaftsarchitekten von der Stadt Braunschweig beauftragt, ein Pflege- und Entwicklungskonzept zur gartendenkmalpflegerischen Sanierung des Bürgerparks in Braunschweig zu erstellen.

 

Gartendenkmalpflegerisches Ziel der Parksanierung

Als Pflege- und Entwicklungsziel für den Bürgerpark wird der Zustand um 1930 formuliert. Zu diesem Zeitpunkt war die Gestaltungsphase des Parks abgeschlossen und die Vegetation so weit entwickelt, um eine deutliche Schichtung von Bäumen, Sträuchern und Rasenflächen zu erkennen. Die von Friedrich Kreiß, dem damaligen Herzoglichen Promenadeninspektor und Schöpfer bzw. "Landschaftsarchitekt" des Parks, beabsichtigten Sichtachsen, Durchblicke und Kulissen waren bereits erlebbar.

 

Wiederherstellung der Erlebbarkeit des ursprünglichen Parkräume und -landschaften

Im Rahmen der Erstellung des Pflege- und Entwicklungskonzeptes wurde zunächst der heutige Parkzustand im Vergleich zum originalen Zustand um 1930 analysiert. Auf dieser Basis entwickelten die Landschaftsarchitekten Hille und Müller ein parkumfassendes Zielkonzept und leiteten verschiedene Maßnahmen ab, sowohl im vegetabilen als auch im infrastrukturellen Bereich. Einzelne Maßnahmen sind zum Beispiel:

 

  • Sanierung Friedrich-Kreiß-Weg

  • Sanierung des Kreißberges

  • Wiederherstellung des Rondells am ehemaligen Turnplatz und Sanierung des Spielplatzes

  • Herstellung von Anrampungen anstelle der Treppenaufgänge, z. B. Hoheworth-Brücke

  • Entschlammung der Teiche

  • Abpflanzungen zur Minderung vorhandener Sichtbeeinträchtigungen und Ausbildung geschlossener Gehölzkulissen

 

Rekonstruktion historischer Strukturen – Moderne Ansprüche der Landschaftsarchitektur

Generell fand bei Erstellung des Pflege- und Entwicklungskonzeptes nicht nur die Möglichkeit der Rekonstruktion, sondern auch eine funktionale und gestalterische Verbesserung des Parks Berücksichtigung. Dabei wurde der Verbesserung der freiraumplanerischen Gesamtsituation Priorität eingeräumt, ohne die rekonstruktiven Maßnahmen zu vernachlässigen. Leitlinie des Konzeptes ist es deshalb, Raumstrukturen, Sichtbeziehungen und Aspekte des ursprünglichen Parkerlebnisses wieder sichtbar zu machen und die Infrastruktur zu verbessern.

Sanierung Bürgerpark Braunschweig

  • Pflege- und Entwicklungskonzept

  • Gartendenkmalpflegerische Parksanierung

  • Rekonstruktion historischer Strukturen

  • Planungsfläche: 375.000 m²

  • Ausführungszeitraum: 2009

  • Auftraggeber: Stadt Braunschweig